22.04.2010

R O S A R O T



Bin ich stricksüchtig? Manchmal denke ich, ich sollte zu meiner früheren Strickgewohnheit zurückkehren und nur abends vor dem TV stricken. Manchmal stricke ich schon morgens nach dem Frühstück, nach dem Mittagessen, während ich bei Hausaufgaben helfe, Fahrversuche auf unterschiedlichen Fahrzeugen (Dreirad, Bobby-Car, Roller seit neuestem auch Skateboard und Inliner) beaufsichtige, wenn der Abendbrottisch gedeckt ist, aber sich noch nicht alle eingefunden haben. Oder wenn einfach mal ein Moment Zeit ist zwischendurch, wenn ich warten muss, bis das Training beendet ist, oder Meiner wieder der Letzte ist, der die Schule verlässt (dann sitz ich sogar manchmal im Auto und stricke).







Eine Reihe geht immer...

Und immer noch ein kleiner Blick zu ravelry, ob es vielleicht noch eine tolle Anleitung gibt, die ich noch nicht entdeckt habe.

Die Liste der Dinge die ich unbedingt noch stricken muss ist ohnehin schon zu lange, reicht für lebenslanges Stricken aus.

Und genau das war mein Gedanke, neulich, im Garten, die ersten warmen Sonnenstrahlen genießend: Ich kann doch nicht den Rest meines Lebend so weiter machen... einfach immer nur stricken... (gut,gut, ich nähe ja auch, und bastel auch sonst mit allem möglichen rum und restauriere Möbel undundund...) Aber dennoch, der Gedanke sitzt fest. Ich denke über meine Zukunft nach.... grässlich!



Trotzdem: Ist der Schrank irgendwann voll(genug)????????????

Neiiiiiiiin!!!!!!!!!

ist er nicht! Es passt immer noch ein Teilchen irgendwo rein, es wird immer noch etwas passendes für einen bestimmten Rock gebraucht, es gibt immer noch eine Anleitung, ein Garn, ein bestimmtes Muster, etwas in einer bestimmten Farbe, was ich DRINGEND noch BRAUCHE!!!!!!

Daran führt kein Weg vorbei.

DAKAMMERNIXMACHE, wie der Frankfurter sagt.

Seit über 9 Jahren bin ich Hausfrau, sonst nichts. Schön, meine Arbeit. Alles läuft rund. Ich bekomme täglich alles gut hin. ABER die Hausarbeit frisst mich auf, ist der Feind meiner Kreativität. Ich muss mich dazu zwingen. Flüchte zu gerne in neue Projekte...

Was bleibt vom Tag, wenn er um ist, neben Wäsche, Geschirr, Garten, Kochen, Wegräumen, Zusammenlegen, in Ordnung bringen und in Ordnung halten...

Es bleiben Maschen, eine neben der anderen, in Reihen geordnet, zu einem Ganzen zusammen gefügt. Für jetzt, für später, für immer.


Vielleicht sitzt in vielen Jahren irgendwo ein Mensch, eine Frau, die ein Kompliment für die Jacke bekommt, die sie trägt, eine Jacke die ich irgendwann mal genadelt habe. Und sie sagt dann:
"Die hat mal meiner Oma gehört, die konnte ganz tolle Sachen stricken. Und ich habe sie geerbt."

Anleitung: Buttercup, via ravelry von Heidi Kirrmeier, eine Kanadierin, deren Anleitungen ich sehr liebe.
gestrickt mit Pima Cotton DK von Rowan Yarn Classics.



...und nun muss ich weiter darüber nach denken, was nur aus mir werden soll...

Kommentare:

Kräuterhexe Manu hat gesagt…

Aber das ist doch eine tolle Sucht bei der etwas wundervolles Entsteht.Buttercup ist dir wirklich gelungen und gefällt mir sehr.Und du bist nicht allein mit dieser sehr produktiven Sucht meine Finger werden ganz unruhig wenn ich keinen Faden in welcher Form auch immer in den Händen halte.
Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen kreativen Tag.

Manuela

PS: Wusstest Du schon das Stricker/innen weniger Alzheimer bekommen als unproduktive Leute? (das hat mir meine Verkäuferin im Wollgeschäft meines Vertrauens erzählt)Das ist doch ein Grund weiter so schöne Sachen zu stricken oder?

yogiela hat gesagt…

Kompliment zu deinem Rosa. sehr schööön!!
Es gibt einfach Momente, um das leben zu überdenken, um sich in Frage zu stellen. - wohl auch um zu neuen Perspektiven zu kommen.
ich wünsche dir "Klarblicke" um das Wesentliche für dich, zu sehen und zu entscheiden.
Elfi

Heide Fabian hat gesagt…

Wie schön, dass du mir manchmal aus der Seele sprichst.
Gedanken kommen und gehen. Werden kritisch wärend des strickens beäugt.
Gewendet, sortiert!
Deshalb nennt man ja stricken auch Yoga für den Kopf.
Achte aber auch einmal darauf, wenn du mehr als nur eine Reihe zwischendrinn nadelst, dass du dir überlegen musst, über was du gerade nachgedacht hast.
Wenn du heute aufhören würdest zu stricken, häkeln und nähen wärest du dann glücklicher?
Du würdest da sitzen, und wärst muffelig weil du nichts zu tun hättest als nur deine "Hausarbeit".
Äh, wie langweilig. ;-))))
Wünsche dir einschönes Wochenende mit viel Sonne für deine kreative Seele. LG Heide

samafijo hat gesagt…

Hallo Kerstin,
es sind Blogeinträge wie dieser, die mich dazu bringen, täglich mal auf deine Seite zu klicken. Ich liebe die Sachen, die du strickst, häkelst und nähst. Geschmackvoll und wunderbar ausgeführt. Ich beneide dich darum. Auch ich bin seit der Geburt meiner Großen (das sind jetzt aber schon 16 Jahre) Hausfrau. Eigentlich bin ich es gerne aber auch ich habe oft den Eidruck, dass mich das tägliche Allerlei meine Kreativität auffrisst. Und echt, ich bin immer noch nicht so weit auch mal zwischendrin, einfach so, zu nadeln. Mach weiter so - ich tus auch. Manchmal denke ich an meine Oma, da war das Herstellen von Kleidung einfach ein Muss, man musste sich Zeit dafür nehmen und wurde wurde von anderen auch noch bewundert. Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und stricken im Garten.
Liebe Grüße
Sabine
PS.: Ich freue mich heute auf den Besuch bei einer Freundin - in Weinheim

Gabriele hat gesagt…

Das sind genau auch meine Gedanken, die sich immer wieder einschleichen.
"Ich kann doch nicht ein Leben lang in jeder freien Minute stricken".

Und dann: WARUM nicht? Und wer weiss, möglicherweise kommt der Zeitpunkt, an dem es von ganz alleine weniger wird oder sogar aufhört?

Vielleicht Flucht, vielleicht Sucht - und wenn schon. Solange da der Drang da ist, noch etwas und noch etwas. Ist er eben da.

Wer sollte hier beurteilen oder werten? Ist es schlecht oder gut? Es IST einfach. Basta.

Wenn wir und aussöhnen mit dem, was ist, ist es gut. Und das reicht.
Und ob dann noch gestrickt wird oder nicht ... liegt eh nicht in unserer Hand.


In diesem Sinne wünsche ich Dir viele geliebte Maschen, die sich aneinanderreihen und einen so richtig fett vollen Kleiderschrank!

Ganz liebe Grüsse
Gabriele

Angel-Smile hat gesagt…

Liebe Kerstin,
der Pulli ist wunderschön geworden und steht Dir hervorragend!!!
"Nur" zu Hause und immer der gleiche Trott, das wird jeder Frau langweilig. Deshalb....kreativ sein so wie Du.Stricken, basteln, dekorieren, Wohnung umräumen usw. und ab und zu mal raus - ganz allein, so eine Stunde geniessen...
Wünsche Dir ein schönes Wochenende
und liebe Grüße
Brigitte

aelva hat gesagt…

erstmal: buttercup ist wunderschön geworden und steht dir super!

ich frage mich auch manchmal, ob ich immer stricken werde, soviel zeit darin investieren soll - aber hey, es macht glücklich. und mir ist aufgefallen, dass ich vielle gelassener bin, seit ich stricke - es ist wohl wirkich eine art yoga für den geist. geduldiger hat es mich auch gemacht und es hilft mir abzuschalten nach der arbeit - dadurch schlafe ich auch viel besser. kurzum - stricken ist balsam für die seele, solange es einen glücklich macht. und kleidung kann eine frau doch nie genug haben im kleiderschrank. :-)

liebe grüße und ein schönes sonniges wochenende!
maria

Ingrid hat gesagt…

Der Pullover ist toll. Hast Du die Anleitung auf Deutsch? Ansonsten muss ich mich doch mal mit Übersetzen beginnen.
LG
Ingrid